Superconductors der Schweizer Künstlerin Vanessa Billy ist die erste Ausgabe von Horizon of Forms, einer neuen Ausstellungsreihe der Kunsthalle Bern, die das Haus durch künstlerische Interventionen über seine Mauern hinaus in den öffentlichen Raum erweitert. Für die Aussenbereiche rund um die Kunsthalle Bern konzipiert, verbindet die Arbeit die Fassade der Kunsthalle Bern mit dem Museumsquartier und dem Historischen Museum Bern. So schafft sie neue Berührungspunkte zwischen zeitgenössischer Kunst und öffentlichem Leben und wendet sich direkt an die Berner Bevölkerung.
Superconductors besteht aus Bündeln von Hightech-Kabeln für Strom, Telekommunikation und Glasfaser, die sich zu säulenartigen Formen erheben. Ihre freigelegten Kerne aus Kupfer, Aluminium und Faser spreizen sich nach aussen wie Bouquets oder Palmkronen. Auch wenn die Arbeit zunächst an organisches Wachstum erinnern mag, gründen ihre Formen in industriellen Materialien und hochentwickelten Fertigungsprozessen.
Die Installation reflektiert die verborgenen Infrastrukturen, die das zeitgenössische Leben prägen. Kabel verlaufen durch Wände, unter Strassen sowie durch Seen und Ozeane und transportieren Energie, Daten, Informationen und Signale rund um den Globus. Damit bilden sie die materielle Grundlage unserer vernetzten Welt. Superconductors macht diese sonst unsichtbaren Systeme sichtbar und lenkt den Blick auf die physischen Infrastrukturen, von denen wir tagtäglich abhängen. Zugleich verweist die Arbeit auf die Ressourcen, die Arbeit, die extraktiven Prozesse und die ökologischen Folgen, auf denen Technologien beruhen, die uns im Moment ihrer Nutzung oft reibungslos und immateriell erscheinen. Im öffentlichen Raum wird die Installation so zu einer eindringlichen Erinnerung daran, dass das Digitale niemals schwerelos oder abstrakt ist, sondern immer in Materie, Infrastruktur und Extraktion gründet.
