Lyna Beggah + Alessandro Ferrari

Kunsthalle Bern freut sich, die erste institutionelle Ausstellung des Künstler:innenduos Lyna Beggah und Alessandro Ferrari zu präsentieren. Die Ausstellung findet anlässlich ihrer Auszeichnung mit dem Spezialpreis des Kiefer Hablitzel | Göhner Kunstpreises statt und wird von einer Publikation begleitet.

Lyna Beggah (*1999, Lausanne) und Alessandro Ferrari (*1999, Mailand) arbeiten seit 2022 als künstlerisches Duo zusammen. Ihre Praxis setzt sich mit dekolonialen, gesellschaftspolitischen, historischen und identitätsbezogenen Fragestellungen auseinander. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind häufig persönliche und familiäre Geschichten, die sie mit grösseren historischen und politischen Zusammenhängen verknüpfen. Beide sind in der Schweiz in Familien mit Migrationsgeschichte aufgewachsen: Beggahs Familie stammt aus Jijel, Algerien, Ferraris Familie aus Mailand, Italien.

In ihren Arbeiten untersuchen Beggah und Ferrari, wie sich koloniale Geschichte, Migration, Erinnerung und gesellschaftliche Machtverhältnisse in individuellen Biografien, materiellen Spuren und alltäglichen Strukturen fortschreiben. Dabei interessieren sie sich insbesondere für die Wechselwirkungen zwischen persönlicher Erinnerung und kollektiver Geschichte sowie für die Frage, wie dominante historische Narrative hergestellt, weitergegeben und infrage gestellt werden können.

Ihre aktuelle Recherche nimmt den sogenannten «Mythos der Moderne» in den Blick. Einen wichtigen Bezugspunkt bildet dabei Françoise Vergès’ Frage «How to live within ruins?» aus A Program of Absolute Disorder. Ausgehend davon beschäftigen sich Beggah und Ferrari mit den historischen, politischen und sozialen Bedingungen der Moderne und mit den materiellen wie symbolischen Überresten, die diese bis in die Gegenwart prägen.

Beggah und Ferrari schlossen 2022 ihr Bachelorstudium an der édhéa in Sierre ab und absolvierten 2023 eine Residency in der Ferme-Asile in Sion. Im September 2025 erwarben sie den Master in Contemporary Arts Practice (CAP) an der Hochschule der Künste Bern (HKB). Parallel zu ihrer künstlerischen Praxis betreiben sie seit 2021 den Off-Space espace bigbang in Sierre.