Die Kunsthalle Bern freut sich, die erste Einzelausstellung der usbekischen Künstlerin und Filmemacherin Saodat Ismailova in der Schweiz zu präsentieren. Ismailovas Filme und Installationen entfalten sich entlang der Bruchlinien zentralasiatischer Landschaften, die von Ritualen und Mythen, sich verschiebenden Grenzen und Migration sowie den unsichtbaren Kräften imperialer Macht geprägt sind, welche die psychisch-materiellen Lebenswelten der Gegenwart formen.
Im Zentrum der Ausstellung steht Ismailovas neu in Auftrag gegebener Film Amanat (2026). Der Titel verweist auf etwas, das einem zur Obhut anvertraut wird, und bezeichnet zugleich eine heilige Verantwortung, die geachtet, bewahrt und weitergegeben werden muss. Der Film bildet den Abschluss von Ismailovas langjähriger Auseinandersetzung mit Arslanbob, einem weitläufigen Walnusswald im heutigen Kirgisistan, der seit Jahrhunderten als spiritueller Ort verehrt wird. In ihren Arbeiten, die Film, Installation, Archivmaterial und Klang miteinander verbinden, erforscht Ismailova die kulturellen und spirituellen Geschichten Zentralasiens durch Mythen, mündliche Überlieferungen, Rituale und gelebte Erfahrungen.
Amanat wurde gemeinsam mit dem Swiss Institute (New York) und LUMA Foundation (Arles) realisiert.
